Oberliga Südwest: knappes 4:4 im Heimspiel gegen Altenkirchen

12-02-2018

An einem Sonntagmorgen mit leichtem Schneefall nicht zu einem weit entfernten Auswärtsspiel fahren zu müssen, ist kein großer, aber ein nicht zu unterschätzender Vorteil. Bei einem streng vorgehenden Schiedsrichter muss damit gerechnet werden, dass Zuspätkommen mit Zeitabzug bestraft wird, so erging es der Mannschaft aus Altenkirchen.

Da gleichzeitig eine Runde in Luxemburg gespielt wurde, bestätigte sich, dass die Luxemburger Spieler auf Seiten von Altenkirchen fehlten. Auf Seiten der Saarbrücker Mannschaft war aus gleichem Grund nur Benjamin Le Corre aus Nancy dabei.
Vor der Saison wird Altenkirchen immer als Abstiegskandidat gehandelt, weil ab Brett 4 oder 5 abwärts kein
Spielerpotenzial mit einer Elozahl über 2200 am Brett sitzt. Dennoch hatte Altenkirchen mit Siegen über Heimbach/Weis, Trier und einem Unentschieden gegen Illingen schon 5 Mannschaftspunkte gesammelt.

Mit Zeitabzug und kampflosem Aufgeben des 2. Brettes durch Altenkirchen konnte die Saarbrücker Mannschaft den Wettkampf eigentlich mit Ruhe angehen. Am 1. Brett entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel im angenommenen Damengambit, das Samir bis zum 13. Zug vorbereitet hatte und schließlich mit Remis endete.
Der Vorsprung aufgrund des kampflosen Punktes an Brett 2 währte jedoch nicht lange, weil am 3. Brett Benjamin nach dem Wechsel eines königsindischen in ein damenindisches Stellungsbild bald die Segel streichen musste.

Zwischenzeitlich hatte der Altenkircher Spieler an Brett 6 35 Minuten über ein Remisangebot von HGP nachgedacht und dieses angenommen, als er den Spielverlauf für seine Mannschaft positiv einschätzte. Unter diesem Gesichtspunkt war das Remis zu früh, in Betrachtung einer eher für Schwarz besseren Stellung in einer französischen Tarrasch Variante dagegen berechtigt. Es zeichnete sich ab, dass dieses Ergebnis dem Ausgang des gesamten Wettkampfes entsprach.

An Brett 7 hatte sich ein munterer Kampf entwickelt, nachdem Tim mit den schwarzen Steinen vom ersten Zug an auf Angriff gespielt hatte. Mit einem sehenswerten Schlußangriff konnte er die Saarbrücker Mannschaft wieder in Führung bringen. Auch dieser Vorteil hielt nicht lange, weil an Brett 4 Denis nach der Eröffnung mit Turm gegen Springer und Läufer im Nachteil war. Das Einstellen von Material beendete die nachteilige Partie.

Als an Brett 8 der Altenkirchener Spieler gegen Burkhard gewann, mußte der Ausgang der letzten laufenden Partie darüber entscheiden, ob eine Niederlage abgewandt werden konnte. Stefan war gut vorbereitet ins Spiel gegangen und hatte eine aussichtsreiche Stellung erspielt. Nun galt es den Vorteil zu verwerten. Die Analyse zeigte später die spektakulären und schneller zum Sieg führenden Züge, die eine Aufnahme in eine Schachzeitung rechtfertigen würden. Tatsächlich machte er das Spiel bis 5 Sekunden vor der Zeitkontrolle so spannend, dass sich zum Abschluß eine Spielertraube um das Brett scharte.

Erleichert über den Erfolg erschien auf dem Ergebnisformular ein 4:4, das einen insgesamt gerechten Ausgang ergab.

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